Mehr Hochtaunus wagen.

Mehr Zusammenhalt leben.

Mehr Zusammenhalt leben.

Wir Sozialdemokrat:innen verstehen Sozialpolitik nicht nur als Hilfe für Menschen in besonderer Not, sondern als Politik der Gestaltung der Gesellschaft. Wir wollen, dass alle Menschen selbstbestimmt leben können. Wir wollen den sozialen Zusammenhalt in der Gesellschaft stärken. Wir wollen, dass alle Menschen an allen Bereichen des Lebens gleichberechtigt teilhaben. Dies ist im Hochtaunuskreis mit den unterschiedlichen Herausforderungen im Usinger Land oder in den Städten im Vordertaunus eine besondere Aufgabe.

Selbstbestimmung fördern, Lebenschancen schaffen, Zusammenhalt stärken

Wir wenden uns gegen die soziale Ausgrenzung gesellschaftlicher Gruppen und gegen die soziale Abgrenzung gesellschaftlicher Gruppen untereinander. Wir wollen den Zusammenhalt durch gegenseitiges Lernen und Verstehen stärken. Wir fordern hierzu soziale Verantwortung ein und treten jenen entgegen, die meinen, sie könnten ihre Freiheit auf Kosten der Freiheit anderer ausleben. Für das Handeln der staatlichen Verwaltungsinstitutionen gilt für uns der Leitsatz, Sozialpolitik hat die Aufgabe, den Menschen ein Partner für eine bestimmte Zeit zu sein und Hilfe, die jedem zusteht, bereitzustellen. Menschen, die auf staatliche Unterstützung angewiesen sind, sind keine Bittsteller, sondern haben ein Recht auf Hilfe.

Stimmt die soziale Infrastruktur vor Ort, dann stimmen die Freizeitangebote für jedes Alter, dann stimmen die Beratungsangebote für die unterschiedlichen Fragestellungen (z.B. Pflege und Erziehung) und die Betreuungsangebote nicht nur für Kinder, sondern auch für pflegebedürftige Angehörige.

Die Vielzahl sozialer Probleme wird in den Kommunen zuerst sichtbar. Dies begründet die Notwendigkeit einer umfassenden kommunalen Sozialpolitik jenseits bzw. in Ergänzung zu den großen sozialen Sicherungssystemen auf deutliche Weise. Diese kommunale Sozialpolitik kann nur auf Landkreisebene stattfinden und wird von drei Säulen getragen: den eigenen Einrichtungen und Maßnahmen des Landkreises, den Trägern der freien Wohlfahrtspflege und der Jugendhilfe sowie von den organisierten wie unorganisierten ehrenamtlichen und nachbarschaftlichen Netzwerken der Selbst- und der gegenseitigen Hilfe. Alle drei Säulen sind gleich wichtig und verdienen gleiches Augenmerk und Unterstützung.

Klare Strukturen und Ausbau der Netzwerkarbeit

Die soziale Infrastruktur sowie ein Netzwerk ist in den letzten Jahren gut aus- und aufgebaut worden, sodass wir ein hohes professionelles Niveau erreicht haben. Dabei wirken die öffentlichen Träger eng mit den freien Trägern der Sozial- und Jugendhilfe zusammen. Zunehmend verbessert worden ist auch die überörtliche und regionale Zusammenarbeit. Das neu gebildete Netzwerk „Bündnis für Kinder und Jugendliche im Hochtaunuskreis“ wollen wir kontinuierlich erweitern. Es bietet die Chance, rechtzeitig und präventiv zu wirken.

Im Mittelpunkt unserer Bemühungen für die Zukunft stehen die Sicherung der bestehenden Strukturen, die Verbesserung der Effizienz und Effektivität der Arbeit durch klarere Strukturen der Arbeitsteilung und Kooperation, die bessere Erreichbarkeit für Rat- und Hilfesuchende durch stärkere Transparenz und am Gemeinwesen orientiertes Arbeiten sowie die noch stärkere präventive Ausrichtung der Arbeit, die schon aktiv wird, bevor Menschen zu „Fällen“ geworden sind und als Anspruchsberechtigte Geld- oder Dienstleistungen nach den verschiedenen sozialen Leistungsregelungen des SGB erhalten. Von uns politisch gewollt ist der Aufbau eines Sozialberichtswesens.

Präventive Sozialpolitik und vorausschauende Sozialplanung

Unser Ziel ist eine präventive Sozialpolitik, die sich individuellen Problemlagen bereits öffnet, bevor diese zu nur noch schwer lösbaren Dauerproblemen geworden sind. Hierfür sollen eine vorausschauende Sozialberichterstattung und eine Sozialplanung als Frühwarnsystem entwickelt werden. Verstärktes Quartiersmanagement soll dafür sorgen, dass Angebote in unmittelbarer Nähe entstehen und erhalten bleiben können.

Auch im Hochtaunuskreis ist Alters- und Kinderarmut ein Thema. Insbesondere zur Bekämpfung der nach wie vor inakzeptablen Kinderarmut müssen verschiedene Maßnahmen weiter unterstützt und ausgebaut werden, wie z. B. die Weihnachtsbeihilfe oder ein gesundes und bezahlbares Essen für alle Schulkinder, unabhängig, ob diese in den Hort oder ein Betreuungszentrum gehen.

Beratung, Unterstützung und Vernetzung von Trägern

Der Hochtaunuskreis hat ein gutes Angebot an Beratung, die erhalten werden muss. Die Erziehungsberatung wie die Angebote der Frühen Hilfe bis hin zu den Angeboten für Demenzkranke und ältere pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen müssen erhalten bleiben und dem aktuellen Bedarf angepasst werden.

Die Vernetzung mit den Sozialverbänden, den Trägern der Sucht- und Jugendprävention zur Entwicklung und Umsetzung von Präventionsprogrammen – auch im Bereich der digitalen Medien – wird von uns unterstützt.

Frühe Hilfen ausbauen und Familien stärken

Das Angebot der Frühen Hilfen von der Schreibaby-Sprechstunde über die Familienhebammen und die zahlreichen Angebote für junge Familien ist in den letzten Jahren kontinuierlich weiterentwickelt und dem Bedarf angepasst worden. Wir Sozialdemokrat:innen möchten allen Familien einen guten Start ins gemeinsame Leben gewährleisten. Es ist uns wichtig, dass jede Familie die Hilfe bekommt, die sie benötigt.

Gerade die Corona-Pandemie hat gezeigt, wie wichtig Hilfe ist. Ein enger Kontakt zu den Familien ist zwischen dem Jugendamt und den helfenden Stellen und den Familien nötig. Für uns Sozialdemokrat:innen ist es normal, dass jeder mal Hilfe benötigt. Es ist für uns daher sehr wichtig, für die Akzeptanz der Hilfsangebote zu sorgen. Allerdings ist es uns im Interesse aller Kinder auch sehr wichtig, dass dort Hilfe ankommt, wo sie benötigt wird.

Jungen Menschen stärken

Wir wollen den Übergang von der Schule in den Arbeitsmarkt für vom Scheitern bedrohte Jugendliche erleichtern. Unsere duale Ausbildung wird weltweit gelobt. Wir wollen unsere Berufsschulen stärken und weiterentwickeln. Allen Jugendlichen muss eine Ausbildung ermöglicht werden. Um die Chancen einer Berufsausbildung aufzuzeigen und dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, möchten wir im Hochtaunuskreis mit einem Bündnis für Ausbildung allen jungen Menschen eine Perspektive bieten.

Der Übergang von der Schule in den Beruf kann noch besser koordiniert werden. Dafür werden wir mit den Berufsschulen, Arbeitgeber:innen, Gewerkschaften, Arbeitsagenturen und zuständigen Ämtern das kommunale Übergangsmanagement ausbauen, damit kein junger Mensch, aber auch keine Flüchtlinge und Menschen mit Handicap, mehr zurückgelassen werden. Die Arbeit der Integrationsberatung in den Schulen und der neuen Jugendberufsagentur muss fortgesetzt werden.

Bündnis für Ausbildung

Wir Sozialdemokrat:innen begrüßen, dass es ein regionales „Bündnis für Ausbildung“ gibt. Insbesondere in der Corona-Pandemie ist es für viele junge Menschen schwieriger geworden, einen Ausbildungsplatz zu finden. Hier ist es uns wichtig, dass alle ausbildungsplatzsuchenden Jugendliche Hilfe bekommen, einen geeigneten Ausbildungsbetrieb zu finden. Dies wird dem Fachkräftemangel entgegenwirken.

Jugendbildungswerk

Das Jugendbildungswerk im Hochtaunus ist auf Initiative der SPD gegründet worden und leistet für und mit den jungen Menschen eine hervorragende Arbeit. Wir möchten diese Arbeit unterstützen und weiter ausbauen. Gerade im Bereich der politischen Bildung und der Stärkung der Jugendlichen ist die Arbeit des Jugendbildungswerkes sehr wichtig.

Haus des Jugendrechts

Wir Sozialdemokrat:innen streben ein Haus des Jugendrechtes für den Hochtaunuskreis an. In solchen Einrichtungen sind die zuständigen staatlichen Institutionen von Jugendstrafverfahren wie Jugendhilfe/Jugendgerichtshilfe, Polizei und Staatsanwaltschaft – mit Ausnahme des Gerichts – sowie gegebenenfalls freie Träger in einem Gebäude untergebracht. Auch die Bewährungshilfe gehört dazu.

Häuser des Jugendrechts verfolgen das Ziel, auf strafrechtlich relevantes Verhalten von Kindern, Jugendlichen und Heranwachsenden zeitnah und mit abgestimmten Maßnahmen zu reagieren. Dabei wird die individuelle Lebenssituation des jungen Menschen berücksichtigt und auf diese Weise weitere Straftaten verhindert.

Menschen auf dem Weg in Beschäftigung begleiten

Das Kommunale Jobcenter hat sich in den letzten Jahren stark weiterentwickelt und ist immer mehr für Menschen im Leistungsbezug zum Hilfezentrum und zum Partner auf Zeit geworden. Diesen Weg wollen wir Sozialdemokrat:innen konsequent weitergehen. Menschen im Leistungsbezug haben ein Anrecht auf Hilfe.

Die Idee des lebensbegleitenden Lernens ist noch ausbaufähig. Auch nach dem Auslaufen des Sonderprogramms 50 plus für die Arbeitslosen werden wir uns dafür einsetzen, dass ältere Menschen weiterhin Chancen auf dem Arbeitsmarkt bekommen und ihr umfassendes Wissen und ihre Erfahrung genutzt wird.

Wir fördern, koordinieren und initiieren deshalb gemeinsam mit den Volkshochschulen und den Verbänden der Arbeitgeber:innen und Arbeitnehmer:innen Angebote für Beschäftigte und Unternehmen, die den Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit aller Arbeitnehmer:innen unterstützen. Dazu gehört die Förderung eines gesunden Jobumfelds und beständige Weiterqualifikation.

Ombudsmann

Die Stelle des Ombudsmannes, die auf eine Forderung der SPD zurückgeht und auch eingeführt wurde, hat die Lebensbedingungen vieler Menschen im Kreis, die unter die Hartz-IV-Gesetzgebung fallen, bereits verbessert. Insbesondere Menschen, die SGB II beziehen, brauchen weiterhin diese besondere Anlaufstelle. Daher wird auch in Zukunft der Ombudsmann ein Ansprechpartner und Fürsprecher für diesen Personenkreis sein.

Sozialkarte für den Hochtaunuskreis

Der Hochtaunuskreis ist eine der wirtschaftlich stärksten Regionen in Deutschland. Vielen Menschen geht es hier sehr gut. Dies zeigt sich auch an einem umfangreichen Angebot an Freizeitmöglichkeiten und Angeboten der VHS. Leider ist bereits die Finanzierung des ÖPNV-Tickets ein Problem. Die SPD setzt sich dafür ein, dass eine Sozialkarte für den Hochtaunuskreis eingeführt wird, die allen Menschen eine Teilhabe an den vielfältigen Kultur- und Freizeitangeboten ermöglicht.

Weihnachtsbeihilfe für alle Kinder im Hochtaunuskreis

Nur auf Initiative der SPD erhielten der Kreis in den letzten Jahren allen hilfebedürftigen Kindern und Jugendlichen bis zum 16. Lebensjahr, die sich im laufenden Hilfebezug vom Kommunalen Jobcenter Hochtaunus (SGB II) befinden, Leistungen zur Grundsicherung (SGB XII) oder Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) beziehen, eine Weihnachtsbeihilfe im Dezember in Höhe von 30,00 Euro zukommen. So wird es ermöglicht, dass rund 2.800 hilfebedürftige Kinder und Jugendliche unbürokratisch eine Weihnachtsfreude erhalten und kein Kind an Weihnachten leer ausgeht. Dies muss auch in Zukunft gewährleistet werden. Die SPD setzt sich außerdem dafür ein, dass der Weihnachtsbeihilfesatz regelmäßig angepasst wird.

Inklusion: Alle Menschen so annehmen, wie sie sind!

Unsere Kommunen werden reicher durch die Vielfalt aller Menschen, die hier leben. Wir wollen, dass niemand ausgeschlossen wird. Wir wollen Hindernisse abbauen, nicht nur in den Köpfen. Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit müssen unabhängig von sozialer Herkunft, Muttersprache oder Behinderung gelten. Wir haben die Einführung der Beauftragten für Menschen mit Beeinträchtigungen gefordert und unterstützen auch weiterhin diese gute Arbeit.

Dafür wollen wir zum einen im Rahmen eines kommunalen Aktionsplans zur Umsetzung der UN-Konvention über Behindertenrechte in verschiedenen Bereichen schrittweise immer mehr Barrierefreiheit herstellen. Dazu zählen die baulichen Maßnahmen genauso wie die Förderung von Projekten wie inklusive Sportangebote oder Bands. Alles sind wichtige Faktoren zum Gelingen von Inklusion. Auf Kreisebene konnten wir schon viel erreichen. Die neu geschaffenen Stellen der Teilhabeassistent:innen und die neu eingerichtete Koordinierungsstelle Inklusion unterstützen Menschen mit Beeinträchtigungen dabei, am gesellschaftlichen Leben voll teilhaben zu können.

Auch die Oberurseler Werkstätten leisten eine hervorragende Arbeit. Inklusion bedeutet für uns Sozialdemokrat:innen Teilhabe aller Menschen. Es bedeutet auch, dass jede Person so angenommen wird, wie sie ist und sich so einbringen kann, wie sie will. Es wird immer Menschen geben, die in dem geschützten Bereich der Oberurseler Werkstätten arbeiten wollen und auch dies unterstützen wir. Selbstverständlich helfen wir auch allen, die den Weg in die Berufswelt in Unternehmen suchen. Die Integration von behinderten Menschen in den Arbeitsmarkt ist uns ein besonderes Anliegen und die Angebote dazu werden wir unterstützen.

Leben im Alter

Senior:innen gehören in die Mitte der Gesellschaft. Die Seniorenpolitik soll zukünftig noch ganzheitlicher betrachtet werden. Dabei werden nicht nur traditionelle Angebote ausreichen, sondern es müssen neue Ideen eingebracht werden, insbesondere um den wachsenden Anforderungen und vielfältigen Interessengebieten der zukünftigen Generationen von Senior:innen gerecht zu werden. Dabei sind Angebote wie Nachbarschaftshilfen, Initiativen zur Erhaltung der Mobilität und Prävention, aber auch die Bewältigung von Pflegearbeit und die Stärkung der Lebensqualität durch bedarfsgerechte Betreuungs- und Wohnformen wichtig.

Die älter werdende Gesellschaft bietet eine große Chance für uns. Wir wollen die Erfahrung und Verantwortungsbereitschaft der Älteren vertrauensvoll nutzen. Wir wollen, dass alle Bürger:innen bis ins hohe Alter alle zur Verfügung stehenden Möglichkeiten bekommen, um selbstbestimmt handeln und selbstständig wohnen und leben zu können. So besteht die wirkliche Möglichkeit für alle, sich einzubringen und mitzuwirken. Dazu werden wir beitragen und auch die Seniorenvertretungen weiter stärken und unterstützen.

Pflegestützpunkte und Novas mobil sehen wir als einen wichtigen Eckpfeiler für eine fachliche Beratung durch den örtlichen Grundsicherungsträger zusammen mit den Verbänden der Pflegekassen an.  Sie sind im Bereich der Pflege essentiell für die Betroffenen und ihre Familien. Im Hochtaunuskreis wird das Angebot durch Novas mobil als Anlaufstelle und inzwischen auch mit der aufsuchenden Sozialarbeit ergänzt, so dass die Menschen vor Ort, insbesondere in den ländlicheren Regionen, auch an die Hilfe kommen und so dauerhaft die passenden Voraussetzungen organisieren können, damit sie in ihrer gewohnten Umgebung dauerhaft weiter gut leben können. So haben wir ein gutes Beratungsangebot für ältere Menschen und ihre Angehörigen. Diese erfolgreiche Arbeit wollen wir weiterhin stärken.

Integration

Angesichts der geforderten Flexibilität und auch des steigenden Personalbedarfs in der Region leben die Städte und Gemeinden im Hochtaunuskreis davon, dass ein Teil ihrer Bewohner:innen regelmäßig wechselt und wir steigende Bevölkerungszahlen haben. Gleichzeitig verändert sich die Einwohnerstruktur. Ziel ist es, dass sich alle Menschen im Hochtaunuskreis willkommen fühlen und sich in das Leben vor Ort einbringen können. Quartiersmanagement bekommt hier eine neue und verstärkte Aufgabe.

Die Veränderung der Gesellschaftsstruktur wurde mit den kurz angestiegenen Flüchtlingszahlen in 2015 offensichtlich, obwohl die Asylbewerber nur einen marginalen Teil der ausländischen Bevölkerung ausmachen. Deutschland und auch der Hochtaunuskreis werden „bunter“. Im Jahr 2018 lebten in Hessen 16,2 Prozent Ausländer/innen, also Menschen, die keinen deutschen Pass besitzen. 2008 lag der Anteil der Menschen ohne deutschen Pass noch bei 11,1 Prozent, 1968 bei 4,4 und 1958 bei 0,8 Prozent. Der Hochtaunuskreis liegt hier ungefähr im deutschen Durchschnitt.

Immer wieder ging es dabei darum, dass Menschen ihren Lebensmittelpunkt hierher verlegten, oft weil sie als Arbeitskräfte aus dem Ausland angeworben wurden. Mit diesen Menschen sind wir gewachsen und haben uns gemeinsam Wohlstand aufgebaut. Dieser Trend wird sich verstärkt fortsetzen. Hier ist eher das Problem des fehlenden Wohnraums und nicht des Gemeinschaftsgefühls. Wir sind ein weltoffener und toleranter Landkreis.

Die heutige Vielfalt ist eine Bereicherung für unsere Gesellschaft. Es ist sehr wichtig, diese zu erhalten und zu stärken und sich gegen jede Form von Hass und Extremismus zu stellen. Leider spüren immer mehr Menschen Angst, sie leiden unter Hetze und Ausländerfeindlichkeit. Gleichzeitig wurde Angst geschürt und das Sicherheitsgefühl der Gesellschaft ins Wanken gebracht. Wir benötigen eine gesellschaftliche Kampagne für das Zusammenstehen. Das Beschimpfen und die Belästigung von Menschen mit einer anderen Hautfarbe sind strafbar. Wir benötigen daher immer wieder mutige Menschen, die wachsam sind und aktiv füreinander einstehen. So ist am besten jede Form von Diskriminierung zu verhindern. Der von der SPD Hochtaunus initiierte Integrationspreis stellt hier immer wieder gute Beispiele vor.

Das Thema Sicherheit muss ernst genommen werden. Wir möchten, dass sich alle Menschen vor Ort immer sicher fühlen und wir benötigen Maßnahmen an den Stellen, an denen dies zurzeit nicht gewährleistet ist. Eine gute Zusammenarbeit mit der Polizei ist hier hilfreich, damit wir dunkle Ecken identifizieren und beseitigen. Auch der öffentliche Personennahverkehr benötigt ausreichend Personal, damit dieser rund um die Uhr von den Fahrgästen als sicher empfunden wird.

Grundsätzlich benötigen wir ein gesellschaftliches Klima, dass sich alle unabhängig von ihrem Geschlecht, ihrer Hautfarbe oder ihrer Religion hier sicher und wohl fühlen. Dies kann sehr gut unterstützt werden durch eine gute Zusammenarbeit mit gesellschaftlichen Gruppen und auch den Ausländerbeiräten. Die Kommunen sind der Ort, an dem Zusammenleben organisiert wird und gut gelingen kann. Integration findet vor Ort statt und die Förderung der Integration ist inzwischen ein wichtiger Baustein in der kommunalen Arbeit. Dies kann in Integrationsbeiräten gut organisiert werden. Gerade in den Vereinen, wie z.B. bei den vielen Sportvereinen treffen sich viele Kulturen und Integration ist hier sehr erfolgreich. Es empfiehlt sich, auch als besonderen Höhepunkt die Angebote in den interkulturellen Wochen auszubauen. Ebenso ist die Arbeit von interreligiösen Dialogen sehr wertvoll.

Von einer offenen toleranten Gesellschaft profitieren alle Menschen. Ein wichtiger Aspekt dabei ist immer die Begegnung und diese funktioniert am besten mit guten Sprachkenntnissen. Es geht daher bei der Integration auch um die Förderung der Sprachkenntnisse. Wichtig ist, vor Ort Servicestellen zu finden, die allen Migrant:innen helfen, ihren persönlichen Sprachkurs zeitnah zu finden. Dies darf auch nicht am Geld scheitern.

Wichtig für den Zusammenhalt der Gesellschaft ist es, dass alle Menschen nach ihrem Bedarf Angebote finden und gesellschaftliche Teilhabe für alle möglich ist. Dies ist unser Ziel!  Aus diesem Grund werden wir die Leitstelle Integration und auch die Servicestelle Migration, genauso wie das Angebot an Deutschkursen bedarfsgerecht ausbauen.

Internationale Zusammenarbeit

Das Motto „global denken – regional handeln“ ist gerade für uns Kommunalpolitiker:innen von zentraler Bedeutung. Hier vor Ort können wir die Weichen stellen und unseren Beitrag leisten. So ist es auf eine Initiative der SPD zurück zu führen, dass der Hochtaunuskreis als fair-trade-Landkreis ausgezeichnet wurde. Dies ist uns eine Verpflichtung, die Arbeit fortzuführen. Dabei war es uns immer wichtig, auch die regionale Landwirtschaft miteinzubeziehen und zu stärken. Es geht um faire Produktionsbedingungen weltweit. Dies gilt genauso für die Milch und das Getreide hier, wie für den Kakao und die Kaffeebohnen weltweit.

Wichtig bei der Arbeit ist auch der Blick nach Europa. Der Europa-Tag und die Arbeit hier sind uns sehr wichtig und werden weiterhin unterstützt. Gerade der Austritt von Großbritannien zeigt, wie wichtig die Arbeit in Europa ist und wie wichtig es, ist hier für eine breite Akzeptanz zu werben.

Stärkung des Ehrenamtes

Zivilgesellschaftliche Organisationen, Ehrenamt und individueller Einsatz für andere sind zentrale Säulen unserer Demokratie. Deshalb müssen die Rahmenbedingungen für ehrenamtliches Engagement verbessert werden. Hierzu gehören größere Wertschätzung, weniger Vorschriften, aber auch Arbeitszeitmodelle, die Ehrenamt überhaupt ermöglichen. Die Verbände und Vereine, die sich hauptamtlich und ehrenamtlich für soziale Projekte, Natur, Kultur, Kirche, Umwelt und Sport engagieren, sind wichtiger Bestandteil unserer Gesellschaft. Mit ihrer Kinder- und Jugendarbeit leisten sie einen wichtigen Beitrag zur frühen Entwicklung der eigenen Persönlichkeit und dem Interesse, sich für die Allgemeinheit einzusetzen.

Ohne die ehrenamtliche und professionelle Arbeit der Feuerwehren im Hochtaunuskreis wäre die öffentliche Sicherheit in Gefahr. Dank vieler ehrenamtlich tätiger Frauen und Männer ist technische Hilfe möglich und bezahlbar. Darüber hinaus leisten die Feuerwehrvereine, genau wie die Ortsvereine der anderen Hilfs- und Rettungsdienste, eine hervorragende Kinder-, Jugend- und Vereinsarbeit. Dies stärkt die soziale Verantwortung für die Mitmenschen genauso wie das Gemeinschaftsgefühl. Durch den professionell organisierten Rettungsdienst mit Notarzteinsatzfahrzeugen sowie flächendeckend eingerichteten Rettungswachen, betrieben durch die Hilfsorganisationen Deutsches Rotes Kreuz und Malteser Hilfsdienst, ist die Notfallversorgung im gesamten Hochtaunuskreis gewährleistet.

Als Verfassungsziel genießt auch der Sport den besonderen Schutz und die Förderung des Staates und damit auch des Hochtaunuskreises. Sportpolitik ist für uns auch aktive Sozialpolitik. Denn Sport bringt alle Menschen zusammen und stärkt damit den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft. Ein besonderes Anliegen ist es uns deshalb, gute Rahmenbedingungen für die Sportvereine zusammen mit den Städten und Gemeinden zu schaffen. In Zusammenarbeit mit dem Sportkreis Hochtaunus wollen wir die Sportprojektförderung des Hochtaunuskreises so gestalten, dass sie die Arbeit der Sportvereine unterstützt. Dabei ist aus unserer Sicht auch ein kreisweites Sportstätten-entwicklungskonzept hilfreich. Gerade das Freizeitangebot ist hier gut über die Grenzen der einzelnen Städte und Gemeinden hin zu vernetzen.

Den vielen ehrenamtlich Aktiven zollen wir Respekt und Anerkennung für den oft unermüdlichen Einsatz für die Menschen in der Region. Für ihren Rat, ihre Anregungen und Ideen wollen wir auch zukünftig ein offenes Ohr haben und verlässliche, faire und kreative Partner sein.

Freizeit, Tourismus und Kultur

Der Hochtaunuskreis bietet für seine Bewohner:innen interessante und attraktive Freizeitangebote. Gerade für den sanften Tourismus bietet der Taunus zahlreiche weitere Möglichkeiten. Gerade durch die Pandemie haben die Menschen die Angebote vor Ort wieder schätzen gelernt. Attraktive Freizeitgestaltungsangebot vor der Haustür und ein gutes Angebot der regionalen Gastbetriebe sichern dauerhaft für die Bewohner:innen genauso wie für Besucher die Attraktivität des Taunus. Das Angebot soll aufrechterhalten und weiterentwickelt werden.

Eng verbunden mit dem touristischen Angebot ist auch die kulturelle Vielfalt. Konzerte, Theater, Kleinkunstbühnen, die Saalburg, die Lochmühle, der Opel-Zoo, Kinos, Ausstellungen und eine abwechslungsreiche Museumslandschaft prägen unser kulturelles Leben im Hochtaunuskreis. Die Corona-Krise hat nochmals verdeutlicht, wie stark diese künstlerischen Angebote unser Leben erheblich bereichern und wie sie uns spürbar fehlen, wenn sie nicht mehr vorhanden sind oder nicht öffnen dürfen.

Kunst ist kein Luxusgut, Kultur kein verzichtbarer Teil unserer Gesellschaft. Daher liegen uns die Unterstützung und Würdigung von Kunst und Kultur sowie die diesbezügliche Nachwuchsarbeit, nicht nur in der musikalischen Förderung, besonders am Herzen.